Du bist mehr als dein Körper

Veröffentlicht am 5. Mai 2025 um 12:23

Es gibt Momente, in denen wir uns so sehr auf unser Äußeres fokussieren, dass wir den Blick nach innen verlieren. Momente, in denen wir glauben, unser Wert hänge davon ab, wie wir aussehen, wie andere uns sehen oder bewerten. Besonders wir Frauen werden von klein auf darauf konditioniert, dass unser Körper unser Kapital ist. Dass wir gefällig zu sein haben. Schlank. Schön. Angepasst. Und dass wir durch unser Aussehen bestimmen, wie viel Liebe, Aufmerksamkeit oder Zugehörigkeit wir "verdienen".

Auch ich bin diesen Weg gegangen.

Schon als Kind habe ich gelernt, dass es sicherer ist, zu gefallen. Dass ich dazugehöre, wenn ich lächle, mich anpasse, ruhig bin. Ich begann, mich über mein Aussehen zu definieren. Ich wurde zur Meisterin im Anpassen. Mein Ego übernahm. Nicht aus Bosheit, sondern aus Notwendigkeit. Es wollte überleben in einer Welt, die mir suggerierte: Du bist nicht genug, so wie du bist. Also spielte ich eine Rolle, so gut ich konnte.

Doch tief in mir war da etwas, das leise flüsterte: Das bist nicht du.

Erst viele Jahre später, nach innerer Arbeit, nach spirituellem Wachstum, nach Krankheit, Schmerz und Heilung, konnte ich diesen Satz wirklich hören. Und ihm glauben. Heute weiß ich: Ich bin nicht mein Körper. Ich bin eine Seele, die in diesem Körper wohnt.

Der Körper als Hülle – und als Tempel

Dein Körper ist nicht dein Wert. Er ist nicht deine Identität. Er ist die Hülle, die dir ermöglicht, Erfahrungen zu machen, dich zu entwickeln, zu wirken. Er ist das Gefäß deiner Seele, dein Instrument in dieser Welt.

Und er ist nicht zufällig.

Du hast ihn dir ausgesucht. Noch bevor du geboren wurdest, hat deine Seele entschieden, in genau diesem Körper zu inkarnieren. Mit seinen Stärken, seinen Schwächen, seiner Geschichte, seiner Gestalt.

Warum? Weil du durch genau diesen Körper die besten Voraussetzungen hast, deine Aufgabe hier auf der Erde zu erfüllen. Deine Berufung zu leben. Zu wachsen. Zu heilen. Und andere daran teilhaben zu lassen.

Das bedeutet nicht, dass alles leicht ist. Es bedeutet, dass alles Sinn macht.

Ich habe das auf die harte Tour gelernt. Mein Körper hat mich nicht nur durch Alltag und Leben getragen, sondern durch eine Krebserkrankung, durch Phasen der Erschöpfung, der Angst, der inneren Dunkelheit. Und er hat nicht aufgegeben. Er war mein Anker, mein Boden, mein Kompass. Ich habe verstanden: Mein Körper ist nicht mein Feind. Er ist mein Verbündeter.

Die Seele braucht Raum

Früher hatte ich Angst, gesehen zu werden. Ich habe mich hinter Masken versteckt, angepasst, funktioniert. Heute weiß ich: Sichtbarkeit ist nicht Ego. Sichtbarkeit ist ein Dienst. Wenn ich mich zeige, wie ich wirklich bin, wenn ich meinen Körper annehme und ehre, dann gebe ich meiner Seele Raum. Raum zu leuchten. Raum zu atmen. Raum zu fühlen.

Denn eine Seele, die in einem abgelehnten Körper wohnt, bleibt eingesperrt.

Erst durch die Liebe zu meinem eigenen Körper konnte meine Seele sich ausdehnen. Ich habe gelernt, dass Selbstannahme der heilsamste Weg ist, mich mit mir selbst zu verbinden. Und dass mein Licht umso heller strahlt, je tiefer ich mich selbst akzeptiere.

Der Körper als Ausdruck deiner inneren Welt

Was, wenn dein Körper gar nicht dein Feind ist, sondern dein Sprachrohr?

Er zeigt dir durch Schmerzen, Verspannungen, Erschöpfung, was deine Seele fühlt. Er spricht die Wahrheit, wenn dein Verstand sie verdrängt. Er sagt dir, wann du zu weit gegangen bist. Und wann du zu lange geschwiegen hast.

Deshalb ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Nicht für die Optik. Sondern für dein Licht.

Ich fühle mich meinem Körper am nächsten, wenn ich in Bewegung oder in Ruhe bin. Beim Joggen, Wandern, Meditieren. Wenn ich still werde, höre ich mich. Wenn ich in Bewegung komme, erinnere ich mich daran, dass ich lebendig bin. Dann wird mein Körper nicht zur Bühne, sondern zum Zuhause.

Warum du dich gut um deinen Körper kümmern darfst

Wenn du deine Aufgabe auf der Erde erfüllen willst, brauchst du deinen Körper. Du brauchst ihn nicht perfekt. Aber du brauchst ihn lebendig. Klar. Genährt. Geachtet.

Deine Energie fließt besser, wenn du dich gut um dich kümmerst. Du bist empfänglicher für Impulse. Dein Herz kann offener sein. Deine Intuition klarer. Deine Verbindung zum Universum stärker.

Körperarbeit ist Seelenarbeit.

Das heißt nicht, dass du einem Ideal entsprechen musst. Im Gegenteil: Es heißt, dass du aufhörst, dich zu vergleichen. Dass du deinen eigenen Rhythmus findest. Dein eigenes Tempo. Deine eigene Wahrheit.

Manchmal bedeutet das, dich auszuruhen. Manchmal, deine Grenzen zu erweitern. Immer bedeutet es: zuzuhören.

Du bist nicht hier, um dich zu verstecken

Wir leben in einer Welt, die laut ist. Schnell. Bewertend. Eine Welt, die dir oft suggeriert, dass du mehr sein müsstest, als du bist. Schlanker. Straffer. Jünger. Ruhiger. Mutiger.

Doch deine Seele will nur eines: Dass du wahr bist.

Nicht perfekt. Wahr.

Und dein Körper ist das Gefäß, in dem diese Wahrheit wohnt. Er trägt sie in jede Begegnung. Jedes Wort. Jeden Blick. Jede Berührung.

Du bist mehr als dein Körper. Aber dein Körper ist der einzige Ort, an dem du hier auf der Erde wohnen kannst. Mach ihn zu einem Ort der Liebe.

Reflexionsfragen für deinen Weg

  • Wann hast du das letzte Mal liebevoll auf deinen Körper geschaut?

  • In welchen Momenten fühlst du dich wirklich lebendig?

  • Wie würde dein Leben aussehen, wenn du deinen Körper als heilig betrachten würdest?

Zum Abschluss

Ich bin heute so dankbar für meinen Körper. Nicht, weil er perfekt ist. Sondern weil er mich an mich erinnert. Weil er mich trägt. Weil er mit mir heilt. Weil er mir erlaubt, mein Licht in die Welt zu bringen.

Ich bin stolz auf meine Geschichte. Auf meine Narben. Auf meinen Weg. Und auf die Tatsache, dass ich mich heute zeigen kann. Nicht, weil ich gefallen muss. Sondern weil ich nichts mehr verstecken will.

 

Von Herz zu Herz,

Mandy

Du bist mehr als dein Körper.

Aber dein Körper ist das Tor zu deiner Seele.

Behandle ihn mit der Liebe,

die du dir immer von anderen gewünscht hast.

Denn du bist hier, um dich selbst zu sehen.

Und zu leuchten.

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