Eine wahre Geschichte über das Leben, das Lieben und das Wieder-Aufstehen
Ich bin Mandy – spirituelle Wegbereiterin, Reiki-Meisterin, Seelenöffnerin und moderne Abenteurerin des Lebens.
Doch bevor ich das wurde, was ich heute bin, war ich ein wildes, neugieriges Mädchen aus einer kleinen Stadt an der polnischen Grenze.
Ich bin in einem gut behüteten Elternhaus aufgewachsen. Wir hatten alles, was man braucht – nicht im Überfluss, aber es hat nie an etwas gefehlt. Was ich von klein auf mitbekam, war ein Gefühl von Zugehörigkeit. Es gab Sonntagsausflüge, Familienfeste, Urlaube in den Bergen, und vor allem: Sicherheit.
Ich war ein wildes, lautes Kind mit großen Augen und noch größerem Wissensdurst. Mich hat die Welt fasziniert. Ich kletterte auf Bäume, verbrachte Stunden im Wald, redete ohne Punkt und Komma, stellte unzählige Fragen. Ich war neugierig, verspielt, manchmal zu viel. Oft hörte ich: „Mandy, sei nicht so laut!“ oder „Du musst nicht immer alles wissen wollen.“ Aber ich wollte. Ich wollte alles wissen. Ich wollte alles fühlen. Ich wollte das Leben mit beiden Händen greifen.
Schon damals spürte ich eine Verbindung zur Natur – sie war mein Rückzugsort, meine Bühne, mein Lehrer. Ich war ein Wirbelwind mit einem offenen Herzen und einem freiheitsliebenden Geist. Und auch wenn ich äußerlich gut in die Welt passte, spürte ich innerlich oft, dass ich anders bin.
In meiner Jugend habe ich mich nicht angepasst – und genau das hat mich immer wieder anecken lassen.
Ich war nie die, die brav die Regeln befolgte. Ich wollte meinen eigenen Weg finden, meine Wahrheit leben. Und so stieß ich oft auf Widerstand – in der Schule, in Freundschaften, später in Beziehungen. Ich war tief, sensibel, rebellisch – und ich wollte nicht einfach nur dazugehören, wenn es bedeutete, mich selbst zu verlieren. Nach der Schule zog ich in eine andere Stadt. Ich lebte das Leben, wie man es eben so lebt – Ausbildung, Arbeit, Beziehungen.
Es gab einen Moment in meinem Leben, der alles veränderte, obwohl ihn kaum jemand sah. Ich verlor ein Kind – lange bevor ich überhaupt wusste, wer ich selbst wirklich war. Mein Herz zerbrach. Dieser Schmerz war still, unsichtbar, und doch war er überall in mir. Ein Riss im Herzen, der kein Pflaster kannte. Ich sprach kaum darüber, denn wie sollte ich Worte finden für etwas, das nie wirklich da war und doch alles in mir berührte? Niemand war da um mich zu halten, nicht einmal mein Partner.
In dieser dunklen Zeit trat ein Wesen in mein Leben, das Licht in die Schatten brachte: meine erste Hündin Ciara. Sie war mehr als ein Hund – sie war meine Seelentrösterin, mein Halt, mein stiller Spiegel. Sie begleitete mich Tag für Tag, ließ mich lachen, weinen und einfach sein. Ihre bedingungslose Liebe war wie ein warmer Mantel, wenn die Welt kalt war. Ciara war da, als ich mich selbst verloren glaubte.
Ich heiratete. Die Ehe war geprägt von Lügen, Untreue und Enttäuschung. Ich blieb – aus Hoffnung, aus Angst, aus Sehnsucht nach Halt. Doch als mein Vater an Krebs erkrankte und starb, stand ich allein da. Und wieder war er nicht da, um meine Hand zu halten.
Ich ging. Ich kehrte zurück zu meiner Mutter. Und gemeinsam begannen wir zu heilen. In dieser Stille der Trauer fand ich ein neues Stück von mir – und kurz darauf erhielt ich selbst die Diagnose Krebs. Wieder ein Einschnitt, der mein Leben veränderte.
Ich war noch keine 30. Und auf einmal war nichts mehr, wie es war. Die Welt stand still. Ich stand still. In einem Moment, der alles veränderte – und doch nur die erste Tür öffnete.
Denn wenn du selbst mit dem Tod konfrontiert wirst, beginnt eine neue Zeitrechnung. Nichts wird mehr einfach so hingenommen. Du beginnst zu hinterfragen, alles. Wer du bist. Was du willst. Wofür du lebst. Für wen du lebst.
Der Krebs hat mein Leben nicht sofort verändert, aber er hat etwas in mir wachgerüttelt. Er hat mir gezeigt, wie kostbar alles ist. Wie zerbrechlich. Und wie sehr ich mich selbst vernachlässigt hatte.
Kurz nach der Diagnose lernte ich meinen späteren Partner kennen. Zwölf Jahre waren wir zusammen. Eine lange Zeit, in der vieles getragen, geteilt und aufgebaut wurde. Es gab Liebe, Nähe, Lachen, Urlaube, Alltag, gemeinsame Schritte durchs Leben.
Ich habe mich damals sicher gefühlt, aufgehoben – vor allem nach der Krebserkrankung, als ich Halt suchte und Stabilität.
Und in vielerlei Hinsicht war er genau das: ein sicherer Hafen in einer stürmischen Zeit.
Auch wenn ich mich in dieser Beziehung oft angepasst habe und meine Bedürfnisse hinten anstellte – ich habe das nicht aus Schwäche getan. Ich tat es, weil ich glaubte, dass Liebe genau so funktioniert.
Rückblickend weiß ich: Wir haben beide unser Bestes gegeben, so gut wir es eben konnten.
Und selbst wenn sich unsere Wege später trennten, bin ich dankbar für diese Jahre. Sie waren ein Teil meiner Geschichte – ein wichtiger Abschnitt auf dem Weg zur Frau, die ich heute bin.
Und mitten in dieser Zeit, in der ich noch suchte und schwankte zwischen Anpassung und Erwachen, trat ein weiteres Seelenwesen in mein Leben: Balou. Ich lebte damals am Bodensee – einer kraftvollen, stillen Landschaft, die wie ein Spiegel meiner inneren Bewegung war. Und dort begegnete mir Balou. Vom ersten Moment an spürte ich: Er war nicht einfach nur ein Hund. Er war mein Anker in stürmischen Zeiten, mein Spiegel, mein Lehrer in Geduld und Präsenz. Während ich mich Stück für Stück von alten Mustern löste und meine Wahrheit suchte, lief er treu an meiner Seite. Mit ihm lernte ich, wie man den Moment wirklich lebt. Wie man still werden kann, ohne sich zu verlieren. Und wie es sich anfühlt, bedingungslos geliebt zu werden, ohne Erwartungen – einfach nur, weil man ist. Balou war mein Geschenk inmitten eines langen inneren Prozesses. Und auch wenn ich mich damals noch nicht ganz selbst gefunden hatte, war er schon da und hielt den Raum für das, was noch kommen durfte.
Der Umzug nach Dresden 2019 war wie ein inneres Erwachen. Es war, als würde ich mich Stück für Stück wieder selbst hören. Meine Intuition. Meine Stimme. Mein Feuer. Ich begann, mich wiederzufinden. Ich hörte auf, mich kleinzumachen. Ich hörte auf, still zu sein. Die Trennung war schmerzhaft – keine Frage. Aber sie war auch heilsam. Sie hat mir gezeigt, wie stark ich wirklich bin. Und dass ich mich nicht mehr über andere definieren muss. Ich bin nicht hier, um jemandem zu gefallen. Ich bin hier, um echt zu sein.
Heute weiß ich, dass mein Körper mich nie im Stich gelassen hat – auch nicht in der Zeit der Krankheit. Er hat mich durch alles getragen. Er war schwach und stark zugleich. Und ich bin ihm unendlich dankbar dafür. Ich liebe meinen Körper – mit all seinen Narben. Denn jede Narbe erzählt eine Geschichte von Überleben.
Ich habe in den letzten Jahren so viel über mich gelernt. Über Heilung. Über Selbstannahme. Über den Mut, verletzlich zu sein. Ich habe meine Spiritualität wiederentdeckt – nicht als Flucht, sondern als Rückkehr. Ich habe gelernt, wie es sich anfühlt, wirklich bei sich zu sein. Und wie wundervoll das Leben ist, wenn man es aus vollem Herzen lebt.
Heute bin ich keine, die stillhält, um zu gefallen. Ich bin wild, weich, weise – und manchmal immer noch laut. Ich bin Frau. Heilerin. Visionärin. Ich bin durch die Dunkelheit gegangen, aber ich habe das Licht nicht verloren. Ich habe es in mir gefunden.
Und wenn du das hier liest und dich selbst irgendwo auf diesem Weg wiederfindest, dann weiß: Du bist nicht allein. Es ist okay, laut zu sein. Es ist okay, Fragen zu stellen. Es ist okay, zu fallen – solange du wieder aufstehst.
Das Leben wird dich fordern. Es wird dich prüfen. Aber wenn du bei dir bleibst, wird es dich auch belohnen.
Mit Tiefe.
Mit Wahrheit.
Mit Liebe.
Und vielleicht auch mit dem Gefühl:
„Ich bin angekommen. Nicht irgendwo. Sondern in mir.“
Warum ich das teile
Ich teile diese Worte nicht, weil ich Mitleid suche.
Ich teile sie, weil ich weiß, dass wir alle Geschichten in uns tragen – manche laut, manche verschwiegen.
Ich glaube daran, dass unsere Verletzungen zu Brücken werden können.
Dass wir durch das, was uns einst geschwächt hat, heute andere stärken können.
Und vielleicht erinnerst du dich beim Lesen an dein eigenes Ich.
Vielleicht darfst du heute zurückkehren.
Mit einem offenen Herzen.
Und einer neuen Wahrheit:
Du bist genug.
Du warst es immer.
Von Herz zu Herz,
Mandy
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