... über emotionale Unterdrückung, Körpersignale und den Weg zurück zu dir selbst
Die stille Veränderung
Es beginnt leise. Mit einem Glas Wein am Abend. Ein paar Chips vorm Fernseher. Einem Croissant zum Frühstück – weil es gemeinsam einfach schöner schmeckt. Und dem Gedanken: „So schlimm ist es ja nicht.“
Doch irgendwann blickst du in den Spiegel und fragst dich:
„Wann genau habe ich aufgehört, mich selbst zu spüren?“
Denn die Kilos auf der Waage erzählen nicht nur von Essen. Sie erzählen von einer inneren Schwere, die du dir vielleicht lange nicht eingestanden hast.
Vielleicht war es die Harmonie, die du nicht stören wolltest. Vielleicht die Angst, unbequem zu sein. Oder die Hoffnung, dass du genug bist – wenn du nur liebenswert, anpassungsfähig, „einfach“ bist.
Doch irgendwann wird sichtbar, was unausgesprochen geblieben ist.
Und spürbar, was verdrängt wurde: in deinem Körper. In deiner Beziehung. In deinem ganzen System.
Warum Paare gemeinsam zunehmen
Das Phänomen ist weit verbreitet – und trotzdem kaum beleuchtet:
Viele Menschen nehmen nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung zu.Und meist wird es verharmlost:
„Wir fühlen uns halt wohl.“
„Man gibt sich nicht mehr so viel Mühe.“
„Gemeinsam genießen ist doch was Schönes.“
All das kann zutreffen – und manchmal ist es auch wirklich so.
Doch oft liegt etwas Tieferes darunter: eine feine, aber stetige Verschiebung der inneren Balance.
Denn was, wenn wir statt Nähe eher Abhängigkeit entwickeln?
Statt Ehrlichkeit Anpassung?
Statt Lebendigkeit ein Funktionieren zu zweit?
In solchen Dynamiken kann Essen – bewusst oder unbewusst – eine Art Ventil werden. Für Sehnsucht. Für Frust. Für Leere. Für das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Und der Körper? Er hört zu. Er nimmt auf. Und er spricht – mit Kilos, die eigentlich Geschichten sind.
Die Sprache des Körpers verstehen
Wenn wir unseren Körper nicht mehr als Freund, sondern als Gegner wahrnehmen, übersehen wir das Wesentliche:
Unser Körper lügt nicht.
Er trägt.
Er puffert.
Er schützt.
Er warnt.
Und manchmal – wenn wir lange überhören, was unsere Seele flüstert – beginnt er laut zu sprechen.
➡️ Mit Müdigkeit.
➡️ Mit Verlangen nach Süßem oder Fettigem.
➡️ Mit einem ständigen Hungergefühl, das gar nichts mit Nahrung zu tun hat.
➡️ Mit einer Schwere, die nicht nur physisch ist.
Denn der Körper ist immer Ausdruck unseres inneren Zustands.
Und wenn du nicht sagst, was du fühlst, dann wird dein Körper es ausdrücken. Irgendwann. Auf seine Weise.
Emotionale Unterdrückung in Beziehungen
In vielen Beziehungen entstehen mit der Zeit unausgesprochene Regeln:
– „Das sollte ich besser nicht ansprechen.“
– „Wenn ich das jetzt sage, gibt es Streit.“
– „Ich will nicht zu viel sein.“
– „Ich halte das lieber für mich – er/sie versteht mich ja doch nicht.“
Diese Regeln sind oft unsichtbar, aber hochwirksam. Und was sie erzeugen, ist eine Form von emotionaler Unterdrückung:
Wir trauen uns nicht mehr, ganz wir selbst zu sein.
Wir sagen Ja, obwohl wir Nein meinen.
Wir schlucken Worte, Gefühle, Bedürfnisse.
Und dieses „Herunterschlucken“ wird irgendwann wortwörtlich:
Wir kompensieren mit Essen.
Wir belohnen uns heimlich.
Wir beruhigen uns mit Schokolade.
Wir dämpfen unsere Wut mit Chips.
Wir „stopfen“ das Loch, das eigentlich nach Wahrheit ruft.
Warum wir uns selbst verlieren
Am Anfang der Beziehung warst du vielleicht ganz du selbst: lebendig, leicht, neugierig, offen.
Du hast dich gezeigt, wolltest gefallen, warst bereit, dich einzulassen.
Doch je tiefer man sich bindet, desto mehr können alte Muster aktiviert werden:
– Verlustangst
– Bedürfnis nach Kontrolle
– Glaubenssätze wie: „Ich muss mich anpassen, um geliebt zu werden.“
– Prägungen aus der Kindheit, wo Liebe an Bedingungen geknüpft war
Und plötzlich findest du dich in einer Beziehung wieder, in der du zwar „funktionierst“, aber nicht mehr „fließt“.
In der du da bist – aber nicht mehr bei dir. In der du für den anderen Raum schaffst – aber nicht mehr für dich.
Das Zunehmen ist dann nur das sichtbare Symptom.
Die eigentliche Wunde liegt tiefer.
Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich genau das erlebt habe...
Ich faste schon seit einigen Jahren und habe meinen eigenen Rhythmus gefunden – einen liebevollen, achtsamen Weg, meinem Körper das zu geben, was er braucht – und bewusst auf ihn zu hören.
Doch als mein damaliger Partner nach Hause kam, brachte er fast immer etwas zu essen mit – Süßes, Snacks, kleine Mahlzeiten.
Und obwohl er wusste, dass ich bereits satt war und mein Fasten begonnen hatte, setzte er mich damit unter Druck.
Nicht direkt. Aber subtil.
Mit Sätzen wie: „Na komm, iss doch mit mir.“
Mit Blicken, die enttäuscht schienen, wenn ich Nein sagte.
Mit diesem Gefühl, dass Liebe bedeutet, gemeinsam zu genießen – selbst wenn es gegen meinen eigenen Körperrhythmus ging.
Und so habe ich oft „mitgegessen“, obwohl ich längst satt war.
Ich habe meine Grenze übertreten, mein Gefühl übergangen, mich selbst leise verraten.
Was dann passierte, fühlte sich an wie ein Rausch:
Wenn ich schon angefangen hatte zu essen, konnte ich oft nicht mehr aufhören.
Ich war wie betäubt – und gleichzeitig voll bewusst, dass ich gerade wieder in einen Teufelskreis rutschte.
Ich fühlte mich schuldig – mir selbst gegenüber.
Und gleichzeitig ohnmächtig – weil ich ja „nur nett sein“ wollte, „nur nichts kaputt machen“, „nur Liebe zeigen“.
Doch Liebe beginnt nicht beim Teilen von Essen, sondern beim Erkennen von Grenzen.
Und Selbstliebe beginnt dort, wo wir aufhören, uns selbst zu übergehen, um es anderen recht zu machen.
Die energetische Perspektive
Aus energetischer Sicht trägt jedes Pfund an Gewicht auch eine Schwingung – eine gespeicherte Emotion, eine unausgesprochene Wahrheit, ein alter Schmerz.
Das Solarplexus-Chakra (unser Sitz von Selbstwert, Abgrenzung, innerer Kraft) ist dabei oft besonders betroffen.
Auch das Herzchakra (unterdrückte Traurigkeit, unerfüllte Sehnsucht) und das Wurzelchakra (Sicherheitsbedürfnis, Verlustangst)
spielen eine zentrale Rolle.
Blockierte Chakren zeigen sich nicht nur auf seelischer Ebene – sie können sich im Körper manifestieren:
– Bauchanspannung
– Heißhungerattacken
– Verdauungsprobleme
– chronische Müdigkeit
– Gewichtszunahme
Das Zunehmen ist also nicht dein „Fehler“. Es ist ein Ruf deiner Seele:
Schau hin. Hör auf dich. Komm zurück zu dir.
Was wirklich hilft
Kein Diätplan der Welt kann heilen, was emotional im Ungleichgewicht ist.
Denn solange du gegen dich arbeitest, kann dein Körper nicht in Leichtigkeit kommen.
Stattdessen darfst du dich fragen:
💭 Was will ich wirklich fühlen, aber erlaube es mir nicht?
💭 Was verschweige ich in meiner Beziehung – und warum?
💭 Wann genau habe ich begonnen, mich selbst zu verlieren?
💭 Worauf warte ich noch, um wieder ich selbst zu sein?
Und dann:
Lerne, dich wieder selbst zu halten.
In deiner Wahrheit.
In deinem Körper.
In deinem „Nein“.
In deinem „Ich bin genug.“
Dazu brauchst du keinen Partner, der dich rettet. Sondern dich selbst – in deiner liebevollen Klarheit.
Dein Weg zurück zu dir
Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest, dann ist das kein Urteil – sondern eine Einladung.
Denn du kannst jederzeit umkehren. Zurück zu deinem inneren Kompass. Zurück zu deinem Körpergefühl.
Zurück zu dem Menschen, der du warst, bevor du angefangen hast, dich selbst zu vergessen.
Wenn du bereit bist, dann geh los. Für dich. Für deinen Körper. Für deine Seele.
Denn du bist es wert, dich nicht länger selbst zu verlassen.
Abschlussgedanke
Manchmal ist das Gewicht, das wir tragen, nicht auf den Hüften – sondern auf dem Herzen.
Und wenn wir beginnen, wieder unsere Wahrheit zu leben, statt sie zu verschweigen, dann beginnt der Körper loszulassen.
Nicht, weil wir kämpfen.
Sondern weil wir endlich wieder wir selbst sind.
Von Herz zu Herz,
Mandy
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